4.9.

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Today I received this letter from a retired teacher in Berlin:

"For over 35 years, I taught history in Berlin schools. In 9th grade, the topic was 'National Socialism and the Holocaust.' During this long period, I observed how students' attitudes toward the Shoah, a crime against humanity, changed. In the 1990s, there were occasional comments from right-wing students that it was time to let go of the Germans' crimes. Other countries, they argued, had also incurred guilt without constantly making a show of it. Left-leaning students vehemently disagreed with such opinions. They saw the culture of remembrance as a constant responsibility for our democracy, a duty to combat every form of racial hatred from its inception. After 2015, the picture changed. With the refugees from the Middle East, the Maghreb, and Afghanistan, worldviews came to us that included radical antisemitism. In countries with Islam as the state religion, it is a subject of school instruction." I was shocked when I witnessed 15-year-old students from Syria snickering in class when I showed photos of Auschwitz: "Serves the Jews right" or "That should be repeated."

At demonstrations in Berlin, the radical Arab scene is demanding the recapture of Jerusalem. Slogans like "Death to Israel," "Jews to the gas chambers," and "Chaibar, Chaibar" are chanted. In Germany, Holocaust denial is a crime, but in Berlin, it is legal to call for its repetition. No court saw fit to prosecute this blatant incitement to hatred. Even the then-Senator of the Interior, a member of the Social Democratic Party (SPD), rejected a ban on the demonstration, citing freedom of expression.

Berlin Jews tell me that the greatest danger they face in public spaces comes from young Muslims who immediately attack if they recognize a Jew by his kippah, Star of David, or accent. In Berlin, no Jewish child can attend a public school anymore. They all go to private Jewish schools, which are guarded. Berlin's universities are firmly in the hands of radical left-wing groups who ally themselves with Arab Hamas sympathizers and scrawl slogans on the walls: "From the River to the Sea, Palestine will be free." The Berlin Senate appears largely helpless in the face of the Islamist and anti-Semitic tendencies in the city. At demonstrations calling for the destruction of Israel, the police are instructed to identify offenders and arrest them within the demonstration. In practice, this has proven a hopeless endeavor because all the demonstrators chanted anti-Israel slogans. On April 12, 2024, the police broke up the so-called "Palestine Congress" in Berlin-Tempelhof, where the pro-Palestinian wing of the left had gathered. A year later, the Berlin Administrative Court declared the ban unlawful because there were "milder" means of preventing anti-Semitic violence. I consider the battle against anti-Semitism in Berlin lost."

Nevertheless a nice shabat to everone!


Heute erreichte mich dieser Brief eines pensionierten Studienrats aus Berlin:

„Über 35 Jahre lang unterrichtete ich Geschichte an Berliner Schulen. In der 9. Klasse lautete das Thema ‚Nationalsozialismus und Holocaust‘. Während dieser langen Zeit beobachtete ich, wie sich die Haltung der Schülerinnen und Schüler zur Shoah, einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit, veränderte. In den 1990er-Jahren gab es gelegentlich Äußerungen von rechtsgerichteten Schülerinnen und Schülern, es sei an der Zeit, die Verbrechen der Deutschen ruhen zu lassen. Andere Länder, so argumentierten sie, hätten ebenfalls Schuld auf sich geladen, ohne dies ständig zur Schau zu stellen. Linksgerichtete Schülerinnen und Schüler widersprachen solchen Ansichten vehement. Sie sahen die Erinnerungskultur als ständige Verantwortung für unsere Demokratie, als Pflicht, jede Form von Rassenhass von Anfang an zu bekämpfen. Nach 2015 änderte sich das Bild. Mit den Flüchtlingen aus dem Nahen Osten, dem Maghreb und Afghanistan kamen Weltanschauungen zu uns, die radikalen Antisemitismus einschlossen. In Ländern, in denen der Islam Staatsreligion ist, ist er Gegenstand des Schulunterrichts.“ Ich war schockiert, als ich 15-jährige Schüler aus Syrien im Unterricht kichern hörte, als ich ihnen Fotos von Auschwitz zeigte: „Geschieht den Juden recht“ oder „Das muss sich wiederholen.“

Auf Demonstrationen in Berlin fordert die radikale arabische Szene die Rückeroberung Jerusalems. Parolen wie „Tod Israel“, „Juden in die Gaskammern“ und „Chaibar, Chaibar“ werden skandiert. In Deutschland ist Holocaustleugnung strafbar, in Berlin hingegen ist es legal, zu seiner Wiederholung aufzurufen. Kein Gericht sah sich veranlasst, diese eklatante Volksverhetzung zu verfolgen. Selbst der damalige Innensenator, ein SPD-Mitglied, lehnte ein Verbot der Demonstration unter Berufung auf die Meinungsfreiheit ab.

Berliner Juden berichten mir, dass die größte Gefahr im öffentlichen Raum von jungen Muslimen ausgeht, die sofort angreifen, sobald sie einen Juden an seiner Kippa, seinem Davidstern oder seinem Akzent erkennen. In Berlin darf kein jüdisches Kind mehr eine staatliche Schule besuchen. Alle gehen auf private jüdische Schulen, die streng bewacht werden. Berlins Universitäten sind fest in der Hand limksradikaler Gruppen, die mit arabischen Hamas-Sympathisanten verbündet sind und Parolen wie „Vom Fluss bis zum Meer, Palästina wird frei sein“ an die Wände schmieren. Der Berliner Senat scheint den islamistischen und antisemitischen Tendenzen in der Stadt weitgehend hilflos ausgeliefert zu sein. Bei Demonstrationen, die zur Vernichtung Israels aufrufen, ist die Polizei angewiesen, Störer zu identifizieren und innerhalb der Demonstration festzunehmen. In der Praxis hat sich dies als aussichtsloses Unterfangen erwiesen, da alle Demonstranten antiisraelische Parolen skandierten. Am 12. April 2024 löste die Polizei den sogenannten „Palästina-Kongress“ in Berlin-Tempelhof auf, wo sich der pro-palästinensische Flügel der Linken versammelt hatte. Ein Jahr später erklärte das Berliner Verwaltungsgericht das Verbot für rechtswidrig, da es „mildere“ Mittel zur Verhinderung antisemitischer Gewalt gäbe. Ich halte den Kampf gegen den Antisemitismus in Berlin für verloren.

Trotzdem euch allen einen schönen Shabat.