28.5.
Yesterday I read an interview that the widely respected historian Noah Harari gave to The New York Times (and which was picked up by our media). It is incredibly naive. He understands nothing about Islam. He describes Hamas’s systematic atrocities as a tactical mistake by their now-killed leader Yaya Sinwar and speculates in all seriousness that the war would have unfolded in a less "inhuman way" had they not committed them. But this kind of cruelty is a must for Islamic holy warriors, an essential part of their tactics and their self-image. They regard cruelty as a virtue. It is a matter of course toward the enemy, even toward their own people. Hariri seems to know nothing about the traditional mentality of Islamic “men of honor.”
On the other hand: I am currently writing an article for a major German-language daily newspaper about the Arabs living on Israeli territory. They remained loyal to Israel during the nearly three-year Gaza war, did not show solidarity with Hamas or "Free Palestine" movements, and the number of those who volunteer for military service has risen (since Israeli Arabs have not been subject to mandatory military service yet). Among the hostages held by Hamas were several Arabs, mostly Bedouins, who worked at the raided kibbutzim. One of them, 18-year-old Bilal Ziyadne, told Israeli Channel 13 television after his release: “I told them we were Arabs. They said to us, even though we’re Arabs, they’re kidnapping us.” On October 7, he, his sister Aisha, older brother Hamza, and father Youssef were taken hostage.
The main problem among Israeli Arabs is internal violence. Clan-based crime, as is now also observed in European cities, is rampant. There has been a dramatic increase in shootings and homicides in Arab communities during the last few years. And just in towns and villages where the population is loyal to the Jewish state. In my article, I attempt to illustrate this contradiction between outward loyalty to the state and internal criminalization. And why it is impossible for the state to continue to "stay out" of internal Arab problems, as it has tried to do for years.
Gestern las ich ein Interview, das der weithin angesehene Historiker Noah Harari der „New York Times“ gegeben hat (und das von unseren Medien aufgegriffen wurde). Es ist unglaublich naiv. Er versteht nichts vom Islam. Er beschreibt die systematischen Gräueltaten der Hamas am 7. Oktober 2023 als taktischen Fehler ihres inzwischen getöteten Anführers Yaya Sinwar und spekuliert allen Ernstes darüber, dass der Krieg "weniger inhuman" verlaufen wäre, hätten sie diese nicht begangen. Doch diese Art von Grausamkeit ist für islamische Heilige Krieger ein Muss, ein wesentlicher Bestandteil ihrer Taktik und ihres Selbstverständnisses. Sie betrachten Grausamkeit als eine Tugend. Gegenüber dem Feind ist sie eine Selbstverständlichkeit, sogar gegenüber dem eigenen Volk. Hariri scheint nichts über die traditionelle Mentalität islamischer „Männer von Ehre“ zu wissen.
Andererseits: Ich schreibe gerade einen Artikel für eine große deutschsprachige Tageszeitung über die auf israelischem Gebiet lebenden Araber. Sie hielten Israel während des fast dreijährigen Gaza-Kriegs die Treue, solidarisierten sich nicht mit der Hamas oder „Free Palestine“-Bewegungen, und die Zahl derer, die freiwillig in der israelischen Armee dienen wollen, ist gestiegen (obwohl für israelische Araber noch keine Wehrpflicht gilt). Unter den von der Hamas festgehaltenen Geiseln befanden sich mehrere Araber, meist Beduinen, die in den überfallenen Kibbuzim arbeiteten. Einer von ihnen, der 18-jährige Bilal Ziyadne, sagte nach seiner Freilassung gegenüber dem israelischen Fernsehsender Channel 13: „Ich sagte ihnen, wir seien Araber. Sie sagten zu uns, dass sie uns entführen würden, obwohl wir Araber sind.“ Er, seine Schwester Aisha, sein älterer Bruder Hamza und sein Vater Youssef wurden am 7. Oktober nach Gaza entführt.
Das Hauptproblem unter den israelischen Arabern ist die interne Gewalt. Clan-basierte Kriminalität breitet sich aus, wie sie mittlerweile auch in europäischen Städten zu beobachten ist. Während der letzten Jahre kam es zu einem dramatischen Anstieg von Schießereien und Tötungsdelikten in arabischen Gemeinden. Oft gerade in Städten und Dörfern, deren Bevölkerung dem jüdischen Staat loyal gegenübersteht. In meinem Artikel versuche ich, diesen Widerspruch zwischen äußerlicher Loyalität gegenüber dem Staat und innerer Kriminalisierung darzustellen. Und warum es für den Staat unmöglich ist, sich weiterhin aus den internen arabischen Problemen „herauszuhalten“, wie er es seit Jahren versucht.