19. 10. Israeli people...

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are direct and uninhibited. Yesterday, I was standing at a traffic light across from the university in Be’er Sheva, just finishing a phone call with my wife—in German, naturally—when a young Israeli, a student who was also waiting at the light, asked me: “You speak German? Where are you from?”
“I live here,” I replied.
“Okay, but you weren’t born here, right?”
“No. I was born in Berlin.”
“Oh, Berlin. That used to be a very interesting place.”
“I know,” I responded. “Many young Israelis live there. For them, it’s somewhat exciting—living in what was once the ‘lion’s den.’ It's quite easy today, with Israeli citizenship and support from the Israeli embassy.”
“I spent six months there myself,” he said. “It was an interesting place. Funny, vibrant. And the surroundings, the lakes and rivers, all that water... those vast forests...”
“True.”
“But today... I mean, what’s going on there? They’re hating Jews again... It’s becoming uncomfortable to be there. Friends of mine don’t even dare to speak Hebrew on the street anymore.”
The traffic light turned yellow.
“It's really sad,” I replied. “We had a feeling that things might take a turn for the worse one day. That’s why we came here some years ago.” At that moment, the light turned red.
“And you were right,” he said. “Berlin is no longer a good place for Jews.” We said goodbye and went our separate ways. Here, in the Negev Desert, 4,000 kilometers away from Berlin.


Israelis...

sind direkt und ohne Scheu. Ich stand gestern an einer roten Ampel gegenüber der Universität in Beer Sheva und beendete ein Telefongespräch mit meiner Frau, auf deutsch natürlich, als mich ein junger Israeli ansprach, ein Student, der wie ich an der Ampel wartete: "Du sprichst deutsch? Woher kommst du?"

„Ich lebe hier“, antwortete ich.
„Okay, aber du bist nicht hier geboren, oder?“
„Nein. Ich bin in Berlin geboren.“
„Oh, Berlin. War früher ein interessante Stadt“, sagte er.
„Ich weiß“, erwiderte ich. „Viele junge Israelis leben dort. Für sie ist es irgendwie aufregend – in der früheren ‚Höhle des Löwen‘ zu leben. Heute ist das ziemlich einfach, mit israelischer Staatsbürgerschaft und immer die israelische Botschaft im Rücken.“
„Ich habe sechs Monate dort verbracht“, sagte er. „War ein interessanter Ort. Lustig, lebendig. Und die Umgebung, die Seen und Flüsse, all das Wasser... diese riesigen Wälder...“
„Stimmt.“
„Aber heute... ich meine, was ist da eigentlich los? Sie hassen wieder die Juden... Es wird unangenehm, dort zu sein. Freunde von mir trauen sich auf der Straße nicht mal mehr, Hebräisch zu sprechen.“
Die Ampel sprang auf Gelb.
„Es ist wirklich traurig“, antwortete ich. „Wir hatten damals eine Ahnung, dass sich die Lage eines Tages zum Schlechteren wenden könnte. Deshalb sind wir schon vor Jahren hergekommen.“ In diesem Moment sprang die Ampel auf Rot.
„Und ihr hattet recht“, sagte er. „Berlin ist kein guter Ort mehr für Juden.“ Wir verabschiedeten uns und gingen unserer Wege. Hier, in der Negev-Wüste, 4000 Kilometer entfernt von Berlin.